Letzten Freitag fand die Anhörung  bei der Vorarlberger  Landesregierung nach dem Volksabstimmungsgesetz statt.
Bei 17.605 Unterschriften – ein österreichweit beeindruckendes Ergebnis – führt underer Meinung nach, politisch kein Weg daran vorbei, die Forderung des Volksbegehrens umzusetzen.
Begleitet wurden die beiden Initiatorinnen von zwei hoch kompetenten Fachärztinnen und Fachärzten der Gynäkologie sowie einer alleinerziehenden Mutter eines chronisch kranken Kindes, die zugleich Sprecherin betroffener Familien ist und versuchte, deren harte Realität für die anwesenden Regierungsmitglieder und Experten spürbarer zu machen.
Landeshauptmann Markus Wallner, Landesstatthalter Christof Bitschi und Landesrätin Martina Rüscher betonten, wie wichtig ihnen die Basisdemokratie ist, und verknüpften ihre Gratulation zu diesem hervorragenden Ergebnis mit dem Versprechen, sich in einer der nächsten internen Sitzungen der Landesregierung ernsthaft um Lösungen zu bemühen, die den Forderungen des Volksbegehrens entsprechen.
Das Gespräch verlief höflich, sachlich und respektvoll – zugleich bemühten sich allerdings die Verantwortlichen spürbar, ihre Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner auf ihre eigene Augenhöhe zu ziehen. Genau das hätte jedoch dem Auftrag der unterstützenden Bevölkerung widersprochen, nämlich Anliegen, Sorgen, Ängste und Erfahrungen ausdrücklich „nach oben“ zu kommunizieren und dort hörbar zu machen.

Unser Eindruck:
Im Verlauf der Diskussion zeichnete sich ein klares Bild ab: Diese Spitalsreform gleicht einem „Gordischen Knoten“. Um ihn zu lösen, braucht es gebündelte Kräfte, kreative Ansätze und vor allem Mut zum „Schnitt“. Nach unserer Einschätzung ist dieser Mut in Dornbirn in allen Abteilungen, die verlegt werden sollen, mehr als vorhanden; gerade in den vergangenen Jahren konnte er sich dort gemeinsam mit den Experten und Expertinnen hervorragend entfalten.
Landeshauptmann Markus Wallner, den wir eindeutig als „der Entscheider“ wahrgenommen haben, forderte mutige Schritte  um z. B. mit der onkologischen Entwicklung Schritt zu halten und hat dabei offensichtlich übersehen, dass gerade die Abteilung Gynäkologie in Dornbirn auf Top-Niveau gemanaget wird.

Nun liegt es an ihnen, rund um diese top ausgestatteten Abteilungen gemeinsam mit den betroffenen Ärztinnen und Ärzten tragfähige Modelle zu erarbeiten. Das ist zukunftsweisend, mutig und innovativ und würden ihre Kompetenz beweisen.
Zugleich haben wir mehrfach betont, dass die Menschen auf diesem Weg mitgenommen werden müssen und nicht zurückgelassen werden dürfen.

In diesem Zusammenhang war Ihre Aussage bedeutsam, dass nichts in Stein gemeißelt ist – Beschlüsse und Verordnungen können laut Rüscher  gegebenenfalls aufgehoben werden.
Die seit vielen Jahren größte Geburtshilfe mit modernstem Kreißsaal sowie die hervorragend eingespielte Pädiatrie mit einer völlig neuen Station aus dem dichtest besiedelten Ballungsraum abzuziehen, grenzt an Absurdität.
Landeshauptmann Markus Wallner lehnt eine Einhaus-Lösung für den Norden Vorarlbergs aus Kostengründen ab. Ihm schwebt stattdessen ein Verbundmodell der drei Krankenhäuser Bregenz, Hohenems und Dornbirn vor. Entscheidend wird sein, dass die Betroffenen von Beginn an nicht nur informiert, sondern ehrlich und wirksam einbezogen werden.
Nachdem wir sechs Männern gegenübersaßen und mit ihnen über Brustkrebs, Beckenbodenzentrum, Geburtshilfe und Unterbauchtumore sprechen mussten – wie absurd –, glauben wir gern, dass sie sich in der sterilen Welt der Zahlen wohler gefühlt haben.
Leider konnten wir selbst bei Landesrätin Martina Rüscher keine erkennbare Frauensolidarität feststellen.

Zum Schluss zum ökologischen Aspekt rund um Dornbirn:
Viele Beschäftigte in der spezialisierten Pflege – darunter Alleinerziehende und Familien – sind nicht hochmobil und daher auf das Fahrrad und kurze Wege angewiesen.

Wir haben alle auf ein gutes Gesprächsklima geachtet, unsere Forderungen schriftlich übergeben und erwarten nun, dass
die Anerkennung der vielen Unterschriften in konkretes Handeln mündet.

Einige Punkte konnten naturgemäß aus Zeitgründen nicht angesprochen werden, doch der Grundtenor bleibt: 
Ja zum Erhalt. 
Der Gordische Knoten ist lösbar – D.h.: statt endloser Kleinstkorrekturen braucht es einen grundsätzlichen Ansatzwechsel. 

 

Wir sind überwältigt!

17 605 Unterschriften

Danke für eure Unterstützung vor Ort!